Etappe 3: Târgu Mureș (ROU) → Golden Beach (BGR)

Gestern stand die (wahrscheinlich) längste Etappe dieser Rallye auf dem Programm. Wir hätten zwar zwei Tage Zeit gehabt, diese Etappe zu meistern, aber wir dachten uns „Durchfahren und dafür 1 Tag Ruhepause“. Weil es so gut ging, bin heute ich die ganzen 715 km durchgefahren. Birgit durfte navigieren.

Unser erstes Ziel auf dieser Etappe war die Transfogarasche Hochstraße. Schon auf vielen Bildern zuvor gesehen, wollten auch wir in den Genuss von der atemberaubenden Aussicht über sich den Berg hinauf schlingender Serpentinen kommen. Wie schon die letzten Tage hat uns auch hier das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zuerst Regen und dann noch Nebel haben den Ausblick leider stark getrübt. Oben auf einer Passhöhe von 2.042 m Seehöhe angekommen hat sich dann aber das Wetter auf der Südseite gebessert, sodass wir auch noch ein paar Fotos schießen konnten.

Heute auch mal fahrzeugtechnisch eine kurze Schrecksekunde: Eine orange Warnleuchte mit schrillem Piepton begleitete uns eine kurze Strecke. Es hat sich aber zum Glück nur herausgestellt, dass es der Geschwindigkeitswarner war. Wussten gar nicht dass unser Audi sowas hat. Komisch nur, dass keiner von uns jemals was eingestellt hat. Ansonsten meisterte unser A6 seine ersten 1.800 km bis jetzt tadellos. Durch die vielen Sachspenden die wir mithaben, sitzt unser Auto aber schon recht tief und leider des Öfteren auch auf. Das Motorschutzblech hat bis jetzt gute Dienste geleistet. Sorgen mache ich mir aber wegen der Achsen. Das Pothole Rodeo trägt seinen Namen nicht zu Unrecht.

Nachdem uns unser Audi sicher über den Höhenpass gebracht hat, blieb uns noch etwas Zeit für ein schnelles Mittagessen.

Vor und auch nach der Transfargasan fuhren wir durch viele kleine rumänische Dörfer, deren Bewohner heute offenbar alle auf Achse waren. Viele waren in Tracht oder schöner Kleidung unterwegs. Vermutlich zum sonntäglichen Kirchengang.

Es kommen uns auf den abgelegenen Straßen auch immer mehr Pferdegespanne unter. Kaum dass man hier Traktoren oder andere Landmaschinen sieht. Hier wir noch per Hand angepackt und auf die Kraft von Pferden und Kühe zurückgegriffen. Wobei man sagen muss, dass die Pferde – im Gegensatz zu den Hunden – gut genährt aussehen.

Apropos Hunde: Wir sehen auf unserem Weg gen Osten immer mehr streunende Hunde am Straßenrand. Zuweilen leider auch auf den Straßen. Wir haben hier in den letzten 2 Tagen mehr überfahrene Hunde gesehen als in Österreich Igel das ganz Jahr.

So schön und ländlich die Gegend in Rumänien war, so kalt und abweisend erschien uns Bulgarien bisher. Die Dacia-Dichte ging zudem schlagartig gegen Null. Ich bin übrigens dafür, dass das Dacia-Logo auf die rumänischen Nationalflagge kommt 🇷🇴

Wir sind über den Grenzübergang Russe nach Bulgarien eingereist. Dieser führt über eine mautpflichtige Brücke über die Donau. Die Donau ist hier kurz vor ihrem Weg ins Schwarze Meer übrigens schon gut 500 m breit.
Der Zöllner am Grenzübergang zog unsere Pässe zur Überprüfung ein, da ihn scheinbar die vielen Aufkleber und Unterschriften auf unserem Auto irritierten. Die Erklärung zu unserem Vorhaben quittierte er mit einem Kopfschütteln. Die nächste unfreundliche Person dann gleich ein Kilometer weiter beim Vignettenverkauf. Dazu wieder strömender Regen. Der Ersteindruck von Bulgarien also schon mal ganz schlecht.

Weiter gings nach der Grenze auf gut ausgebauten Landstraßen … bis zur nächsten Straßensperre. Eine Polizeistreife leitet lediglich von der Straße ab, wie es dann weitergeht ist ihnen offenbar völlig egal. Die Straßensperre mit anschließender Umwegsuche hat uns wieder mal gut 1 Stunde und 30 km Umweg gekostet. Zum Teil auf Wegen die eigentlich nur mehr aus Schlaglöchern bestehen. Die 90 km/h Tempolimit können da nur als Verhöhnung gesehen werden.

Die letzten Kilometer zu unserm Etappenziel Golden Beach am Schwarzen Meer nahe der Hafenstadt Varna führten über eine gut ausgebaute Autobahn. Bulgarien setzt ja in den letzten Jahren stark auf den Tourismus. Unser Hotel am Goldstrand von Bulgarien erreichten wir nach etwas Suchen nach insgesamt 13,5 Stunden um 21 Uhr.

Wie es in Bulgarien weiter geht und ob sich unser Ersteindruck als falsch herausstellt, werden wir in den nächsten Tagen berichten. Vorab aber noch ein Bild von ein paar Rumänen die sich spontan zu einem Foto bereit erklärt haben. Aktuell steht es 1:0 für Rumänien 😉

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