„Auf der Suche nach dem Braunbär.“
Die heutige Etappe führte uns vom Sommertouristenort Golden Beach im Osten Bulgariens zum Wintertouristenort Pamporovo nach Südbulgarien. Start war bei einer kleinen Anlegestelle im Süden des Goldstrandes.


Wir haben die ersten 100 Kilometer auf der gut ausgebauten Autobahn gegen Westen verbracht um Kilometer zu machen und um von der für uns eher stressigen Seite Bulgariens schnell ins Landesinnere zu kommen. Auf der Autobahn gab es eine kurze Schrecksekunde. Nach einer Kuppe zog plötzlich vermeintlich schwarzer Nebel auf. Dieser stellte sich schnell als Rauch heraus, der aus dem Motorraum eines brennenden Autos kam. Zum Glück stand das Auto bereits auf dem Pannenstreifen, denn im dichten Rauch war absolut nichts zu erkennen.







Apropos Pannen: Im nachhinein sind wir sehr froh bei unserem Audi einen 2 mm Stahl Unterfahrschutz für den Motor und das Getriebe angebracht zu haben. Denn so oft wie wir mittlerweile schon bei diversesten Schlaglöchern und Senken aufgesessen sind, war dieser bestimmt eine lohnende Investition. Einzig der freiliegende Tank macht uns Sorgen. Auspuff wäre eigentlich nicht so tragisch 😉
Unser erstes Ausflugsziel galt heute dem Chadschi Dimitar, einem Bergpass mit rd. 1440 m Höhe und einem Denkmal das einem Ufo ähnelt. Es wurde 1981 zur 1300-Jahr-Feier der bulgarischen Staatsgründung eingeweiht und ist das größte ideologisch motivierte Denkmal des Landes. Überhaupt gibt es im ländlicheren Teil Bulgariens noch eine Fülle von Denkmälern aus dem Kommunismus. Wir hatten sogar den Eindruck, dass man auf dem Land dem kommunistischen System noch sehr nachtrauert.




Leider konnten wir das Denkmal nicht von innen besichtigen, da es ziemlich desolat und einsturzgefährdet ist. Dafür war heute aufgrund der Kürze unserer gewählten Tour ein kurzes Mittagessen direkt beim Denkmal drinnen (während Birgit warten musste).
Weiter ging die Reise über mehrere hochrangige Straßen. Am besten vergleichbar mit unseren Landesstraßen B. Grundsätzlich hat Bulgarien sehr gut ausgebaute Straßen, geordnete nach 4 Kategorien. Die ein- und zweistelligen Straßenbezeichnungen sind quasi schlaglochfrei. Die Dreistelligen sind dann schon recht anspruchsvoll und bei den Vierstelligen ist man sich oft gar nicht mehr sicher ob da jemals Beton oder Asphalt vorhanden war. Auf den Chadisch Dimitar führte bspw. die 5005.



Da wir heute auch eine Challenge zu erfüllen hatten, welche die Hilfe von Einheimischen erforderte mussten wir also unbedingt runter von den schnelleren Straßen. Wir mussten uns nämlich ein Pferd suchen, dass unser Auto mindestens 10 Meter weiter abschleppt. Dafür gabs die volle Punktezahl. Wenn ein anderes Team uns zieht gibts zumindest ein paar Punkte. Es musste also ein Pferd her … und ein Bär!
Birgit ist nämlich ganz vernarrt in den Gedanken, einen Braunbären zu sichten und zu fotografieren. Nachdem vorgestern schon 3 Teams Bärensichtungen auf der selben Straße die wir genommen hatten meldeten, wollte sie heute auch unbedingt ihren ersten Braunbären sehen. Daher bogen wir rd. 70 Kilometer vor dem Etappenziel auf eine Bergstraße ab.





Leider fanden wir aber auch hier keinen Bären … dafür aber wunderschöne Bergdörfer. Man muss sich das so vorstellen, dass man 10 Kilometer über Schlaglöcher durch die Pampa fährt (während direkt am Straßenrand der Abgrund rd. 50 Meter in die Tiefe geht) und dann plötzlich eine ganz Stadt mitten in Gebirge auftaucht. Eine Stadt, die scheinbar vom Bergbau lebt. Davon gleich drei hintereinander. Da hat sich der Umweg von 40 km schon gelohnt. Auch wenn wir keinen Bären gesehen haben.




Was wir noch zur Fülle gesehen haben und woraus wir uns keinen Reim machen konnten waren eine Vielzahl von Trinkbrunnen am Straßenrand, welche mit Sitzgelegenheiten ausgestattet waren. Bei jeder hingen auch Trinkbecher und Marmortafeln von einem Toten. Google konnte uns zwar keine Auskunft geben, aber wir vermuten dass es sich um eine Art Urnengrab oder Geschenk an die Lebenden des jeweilgen Dorfes handelt.



Aber wir werden morgen unser Glück neu versuchen. Angeblich gibt es zur Grenze nach Griechenland am Rhodopen Gebirge ein größeres Braunbärenvorkommen.
Abschließend hatten wir noch ein besonderes Aha-Erlebnis. Nach der gefürchteten 2*-Bettenburg am Goldstrand haben wir erneut eine Bettenburg mitten in Bulgariens Skiparadies gebucht. Aber: Nahezu zum halben Preis (rd. 30 Euro für beide die Nacht) sind wir in Pamporovo in einem 4*-Luxuspalast untergebracht. Wir haben in unserem Appartement sogar 2 WCs und 2 Schlafzimmer. Aber auch wenn wir mittlerweile fast 2.500 Kilometer gemeinsam im Auto verbracht haben, werden wir heute Nacht trotzdem im selben Zimmer verbringen 😉






Heute zurückgelegte Kilometer: 520 in rd. 10 Stunden







Hallo ihr zwei! Ihr habt da echt eine ganz besondere Reise, es ist wirklich sehr interessant, da zumindest via Internet dabei zu sein! LG und viel Erfolg noch!!! Nicole
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