Der Grenzübergang nach Montenegro war kurz und schmerzlos. Die Straßen werden wieder besser, die Landschaft hingegen karger.


Um diesen Blog weiterzuschreiben benötigten wir Internetzugang, welchen wir in Form einer Touristen SIM-Karte erhalten. 5 Euro für 500 GB innerhalb von 7 Tagen. Da geht sich der eine oder andere Netflix-Film für Emily aus. Diesen Kompromiss haben wir mit ihr geschlossen. Auch wenn es landschaftlich zumeist spektakulär ist, wird es für ein Kind mit der Zeit doch etwas fad im Auto. Einen Teil der Zeit darf sie deswegen auf ihrem Tablet Filme schauen.
Zum Kauf der SIM-Karte benötigten wir aber einen Handyshop. Dafür mussten wir in eine größere Stadt. Leider war Kotor die einzige davon auf unserer 3. Etappe. Allein die Parkplatzsuche in Kotor nahm gut eine halbe Stunde in Anspruch. Und obwohl nicht einmal ein Kreuzfahrtschiff vor Anker lag, wuselte es in der Stadt wie in einem Ameisenhaufen. Birgit und ich stellten fest, dass wir für Städte einfach nicht geschaffen sind und die Natur so weit es geht bevorzugen.



Also schnell raus aus dem Gewusel und weiter entlang der elends langen Bucht von Kotor im Schritttempo in Richtung der südlichen Landzunge, welche einen Teil der Einfahrt in die Bucht bildet. Was an dieser berühmten Bucht so interessant sein soll, dass hier täglich tausende Menschen einfallen erschließt sich uns nicht. Möglicherweise ist es eben genau diese Einfahrt in die fjordartige Bucht?
Die südlichste Halbinsel Luštica scheint uns die ruhigste der vielen Halbinseln zu sein. Viele Bauprojekte wurden hier gestartet, aber nie vollendet. An jeder zweiten Immobilie hängt ein For-Sale-Schild. Dabei hat gerade diese Seite eine Menge mystischer Bauten zu bieten. Zum Beispiel den „Tower of Arza“ an dem wir für heute Nacht unser Quartier aufgebaut haben.


Arza ist eine Festung, die während der hundertjährigen Herrschaft von Österreich-Ungarn erbaut wurde. Dieser Turmbau, bildete zusammen mit der Festung Mamula auf der Insel Luštica und der Festung Prevlaka am Kap Ostro das Befestigungssystem „Primorska Fortress of Boka“, welches der zweitwichtigste Militärstützpunkt der österreichisch-ungarischen Monarchie an der Adriaküste war.



Zuvor hatten wir noch einen weiteren mystischen Stellplatz ausgemacht – einen verlassenen U-Boot-Bunker aus dem 2. Weltkrieg – welcher aber mittlerweile als Müllplatz zu dienen scheint. Dennoch hätte auch dieser Platz etwas an sich gehabt. Emily war es dann aber doch zu unheimlich die Nacht an diesem Ort zu verbringen,
Heute geht es weiter ins Landesinnere von Montenegro. Nach mehreren Tagen jenseits der 30 Grad-Marke, wollen wir zur Abwechslung an Höhe gewinnen und die etwas kühleren Berge geniesen. Vermutlich wird der nächste Stopp irgendwo in der Nähe des Durmitor Nationalparks sein.





