Das „Abenteuer“ Albanien neigt sich langsam dem Ende zu. Viele der geplanten Offroad-strecken haben wir in unseren 1 1/2 Wochen im Land leider nicht befahren. Dafür war die gewählte Route entlang der Küste bereits zu gut ausgebaut.
Diesmal zwangen uns Temperaturvorhersagen von 45 Grad für die Region um Berat zu einer erneuten Planänderung. Den Osum Canyon werden wir uns wohl ein andermal in einer anderen Jahreszeit ansehen müssen. Wir haben aus diesem Grund als neues Etappenziel die Stadt Korça auserkoren und die südliche Route entlang der griechischen Grenze über die berüchtigte SH75 gewählt. Ging es anfangs auf einer neu asphaltierten Strecke (der Asphalt war zum Teil erst ein paar Stunden alt) gemütlich dahin, so änderte sich das Straßenbild auf den rd. 190 km später auf aufgebrochenen Asphalt mit knietiefen Schlaglöchern zu Schotter. Erst kurz vor Korça wurden die Straßen wieder besser. Die schlechten Straßen wurden aber vollends durch die einzigartige Landschaft wett gemacht.








Unterwegs kamen wir an den Bënja Thermalquellen vorbei. Bei den sechs Quellen tritt bis zu 30 Grad warmes Wasser hervor, dem eine heilende Kraft zugesprochen wird. Die Bäder bestehen aus einfachen, ungeschützten Natursteinbecken. Die Quellen waren schon zur römischen Zeit bekannt. In der kommunistischen Ära gab es in Bënja einen Badetourismus von wenigen hundert Personen pro Jahr. Davon kann man aktuell nur träumen, denn leider verkommen die Quellen immer mehr zu einem Touristen-Hotspot. Ansonsten hätte dieser Ort für uns bestimmt auch seinen Reiz für eine Tag Aufenthalt gehabt. Emily aber war das egal und sie genoss – wohlgemerkt bei 39 Grad Außentemperaturen – die warmen Quellen.




Nachmittag kamen wir in der entzückenden Stadt Korça an. Diese mittelgroße Stadt hat sich besonders herausgeputzt und hat so gar nichts mit dem typischen Albanien zu tun. Wir waren wieder einmal zu faul zum Dachzelt aufstellen und haben uns aufgrund der günstigen Preise ein Hotelzimmer genommen.



Rund um das Hotel so wie in vielen Prunkstraßen stehen in Korça Villen, welche im Gründerzeitstil errichtet wurden. Man könnte auch meinen, man befinde sich mitten in Wien oder in Graz. Die Stadt macht einen sehr sauberen Eindruck, leistet sich zudem einen riesigen Park und hier trafen wir auch erstmals in Albanien auf den Versuch der Mülltrennung.





Mehr als positiv überrascht wurden wir bei einem Restaurantbesuch. Die Verständigung erfolgte zwar nur auf Zeichensprache, aber die Speisen waren köstlich. Ein krönender Abschluss für die doch nur wenigen Highlights die die albanische Küche bisher für uns zu bieten hat. Da haben wir uns grundsätzlich mehr erwartet.
Unser persönliches Fazit zu Albanien 2021
Albanien hat so viel schönes zu bieten. Die unberührten oder zumindest nur agrartechnisch genutzten Landschaften haben nachwievor ihren Reiz. Städte wie bspw. Gjirokastra und Korça sind nicht nur kulturell sondern auch allein durch ihren Flair eine Bereicherung. Das gilt natürlich auch für alle historische Städte und Ausgrabungen. Durch Tourisums gewachsene Städte an den Küsten sowie unkontrolliert wachsende Städte wie Shkodra werden wir künftig wohl eher meiden. Nicht nur dass hier das Preisniveau doppelt so hoch wie im Landesinneren liegt, so kommt man sich auch grundsätzlich nur des Geldes wegen willkommen vor. Wer Jesolo oder Mallorca liebt, wird auch die Sonnenschirmreihen an den Sandstränden Albaniens lieben. Wir tun das aber keinesfalls. Immer wieder wenn uns unser Weg in Richtung der Berge geführt hat, haben wir erleichtert aufgeatmet und waren froh der Hektik an den Küsten entfliehen zu können.

