Bereits auf dem Hinweg zu unserem letzten Übernachtungsplatz kamen wir an einer von Bergen eingebetteten, mystisch aussehenden Burg, vorbei. Eine Recherche ergab, dass die Burg eigentlich ein Hotel mit angeschlossenem Restaurant ist. Inwieweit es sich um ein historisches Gebäude handelt, spuckte Google nicht aus. Jedenfalls wollten wir uns das näher ansehen um zumindest dort etwas zu Mittag zu essen.




Auf der Restaurantterrasse fiel uns dann neben dem bärenhaft aussehenden und offenbar überfressenen Schloss-Schäferhund, auch noch eine völlig verwahrloste kleine schwarze Hündin auf. Dieser schienen nicht nur büschelweise die Haare auszufallen, sondern dürfte sie – den ausgemergelten Zitzen nach – erst vor kurzem Welpen zur Welt gebracht haben. Insgesamt betrachtet sah die kleine Maus aber eher wie eine überdimensionale Ratte, denn wie ein Hund aus. Auf Nachfrage meinte die Kellnerin, dass die Hündin erst vor zwei Tagen mit ein paar Besuchern mitgekommen und seither nicht von der Terrasse gewichen sei. Von Welpen keine Spur.


Nach einer kurzen Familienkrisensitzung haben wir einstimmig beschlossen, mit der Hündin zum nächsten Tierarzt im rund eine Stunde entfernten Turda zu fahren. Emily hat sie aufgrund ihres verlotterten Zustandes gleich mal auf den Namen „Lotti“ getauft. Die erste Anamnese bei der überaus netten Tierärztin ergab, dass sie Flöhe und vermutlich Würmer hat und das Fell aufgrund der juckenden Flöhe und des vielen Gekratzes so in Mitleidenschaft gezogen wurde. Lotti bekam von der Tierärztin die entsprechenden Medikamente und von uns eine Körperpflege mit anschließender Behandlung ihrer Wunden.



Jetzt war guter Rat teuer. Was machen mit der Hündin? Dass sie kürzlich Welpen bekommen hat und diese noch gesäugt hat, wurde von der Tierärztin bestätigt. Wobei diese aber vermutete, dass die Welpen nicht mehr leben, da sie sonst von der Hündin versorgt worden wären. Wir legten uns also auf die Lauer und durchsuchten nebenbei noch alle möglichen Plätze nach möglichen Welpen. Um wirklich sicher zu gehen haben wir uns für zwei Nächte in der „Burg“ ein Zimmer genommen. Zudem würde die Wirkung der Medikamente auch erst frühestens nach 24 Stunden einsetzen und eine Besserung wäre zu erkennen.





Welpen haben wir leider keine gefunden, was auch unsere Vermutung nahelegt, dass die Hündin nachdem sie geworfen hat, ausgesetzt wurde. Ihr zutrauliches Verhalten spricht auch dafür. Nicht nur innerhalb des Burggeländes, sondern auch auf einer Wanderung folgte sie uns – neben dem Schäferhund Rex – mit gebührendem Abstand auf Schritt und Tritt.


Tag 2 nutzten wir erneut für eine Fahrt nach Turda. Dieses Mal aber in unserem eigenen Interesse. Wir besuchten das beeindruckende Salzbergwerk von Turda. Bereits in der römischen Zeit wurde hier Salz abgebaut. 1690 begannen unter Habsburger Herrschaft die Arbeiten am heutigen Bergwerk, was leicht an den österreichischen Namen Franz-Josef und Rudolf für die zwei größeren Stollen zu erkennen ist. Heute ist das eingestellte Salzbergwerk nicht nur ein Schaubergwerk, sondern vermutlich auch der tiefst gelegene Freizeitpark der Welt. Wo sonst findet man ein Riesenrad, einen Minigolfplatz, Tischtennis, Billard und Bootsverleih in einer Tiefe von über 120 Metern? Uns jedenfalls hat das Bergwerk tief beeindruckt und unsere Wadeln auf den vielen zu erklimmenden Stufen vorgerichtet, da Emily und Birgit nicht in den Aufzug einsteigen wollten.












Sehr tolle Reise! Ich würde das auch sofort machen… so lieb, dass ihr euch um die Hündin kümmert. Versteht sich Fae mit ihr? Lotti heißt übrigens die Mama unseres Welpens.
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