Animal shelter part I – Etappe 16 (5.-7.8.) – RO

Wieder einmal geht es in die falsche Richtung, nämlich drei Stunden nach Westen. Dabei wollten wir doch ganz nach Osten ans Schwarze Meer. Aber Lotti hat Vorrang.

Aus 2019 kennen wir noch die Tierschutzorganisation Animal Shields in Oradea, nahe der ungarischen Grenze. Wir konnten dort glücklicherweise telefonisch die quirlige Indi erreichen. Sie bot uns an Lotti vorübergehend zu übernehmen, während wir noch in Rumänien verweilen. In dieser Zeit würde sie Lotti impfen lassen, sterilisieren und die Dokumente vorbereiten, sodass wir sie mit nach Österreich nehmen können. Ob wir sie selbst behalten oder für sie einen Platz suchen, steht noch in den Sternen. Aber so wie ich meine zwei Mädls kenne, wird es eher die erste Option werden.

Auf dem Weg nach Oradea erreichte uns via Handy-Nachricht eine Warnung der rumänischen Regierung. Wir vermuteten irgendetwas betreffend das leidige „C-Thema“. Die Neugierde obsiegte aber doch und wir begannen zu übersetzen: Es handelte sich um eine offizielle Sturmwarnung höchster Stufe für das betreffende Gebiet. Unser Plan, in der Nähe der Hundeauffangstation freizustehen wurde daher schnellstens überworfen und wir mussten eine feste Unterkunft suchen. Dank Booking fanden wir eine schicke Neubauwohnung am Stadtrand und konnten bei dieser Gelegenheit auch wieder die mittlerweile knapp werdende Wäsche waschen. Zudem konnten wir auch etwas Platz in unserem Pickup schaffen und 100 kg Hundefutter besorgen. Gemeinsam mit dem vorübergehenden Abschied von Lotti haben wir bei Regen und Sturm das Hundefutter an Steve und Tina, zwei deutsche Volontäre, übergeben.

(c) Tina / Animal Shields Oradea

Am nächsten Tag ging es wieder Richtung Westen um Kilometer zu machen. Gut viereinhalb Stunden waren wir unterwegs. Für die Besichtigung einer Sehenswürdigkeit gab es heute aber keine Zeit. Wobei sich die Anzahl der Sehenswürdigkeiten in diesem Teil von Rumänien ohnehin in Grenzen hält – es sei denn man ist Kirchenhistoriker oder Orthodoxer Theologe. Auf gut ausgebauten Serpentinen und elendslangen geraden Straßenstücken ging es lustlos dahin. Überhaupt präsentiert sich das Land im Vergleich zu 2019 ganz anders. Neuer. Unzählige Baustellen und nagelneuer Asphalt zeugen von Fortschritt. Sehr zum Nachteil des noch uns bekannten Dorf-Bildes. Die Städte und deren Verkehr sind ohnehin ein Graus und werden von uns weitestgehend gemieden bzw. umfahren.  

Dafür war unsere diesmalige Unterkunft, die wir abermals über Booking fanden, ein Hit. Eine schnuckelige Almhütte ähnlich jener, die wir selbst in Trahütten bewohnen. In der Ortschaft Sohodol am Ende einer 25 km langen Schotterpiste erreichten wir die Casa Padureana. Die Übergabe klappte allerdings nicht reibungslos. Der Besitzer hat scheinbar seine Mails nicht gelesen und wusste nichts von unserer Ankunft. Der heraneilende und überaus redselige Nachbar Sergiu sprach kein Wort Englisch, der nächste Nachbar nur ein paar Fetzen Französisch. Und unsere Handys hatten Null Empfang. Dennoch schafften wir es über das Telefon des übernächsten Nachbarn irgendwie den Vermieter zu erreichen und die Übergabe klappte am Ende doch noch. Abgesehen von der mockigen Bettwäsche fühlte es sich in der Almhütte sonderbar vertraut an. Möglicherweise werden wir am Rückweg hier nochmals einkehren.

2 Antworten auf “Animal shelter part I – Etappe 16 (5.-7.8.) – RO”

  1. Hallo! Eure Reise ist wirklich toll, danke für den Bericht – ich bin ja daheim im Urlaub und lese euren Reiseblog sehr gerne. Lotti scheint ja sehr brav zu sein, offenbar an Menschen bereits gewöhnt. Bin gespannt ob ihr sie behalten werdet (ich finde sie sehr hübsch). Lotti ist übrigens auch der Namen der Mama unseres Welpen Billie, sie ist genauso zottelig.

    Viel Spass weiterin!
    GLG
    Nicole

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