Bears and snakes – Etappe 17 (7.-10.8.) – RO

Nach der ersten Südkarpaten-Überquerung über die Transalpina stand für diese Woche erneut eine Überquerung der Transsilvanischen Alpen an. Nämlich auf der legendären Transfăgărășan. Die auch als Transfogarasche Hochstraße bekannte Gebirgsstraße  verbindet auf unzähligen Serpentinen das Argeș-Tal in der Großen Walachei mit dem Olt-Tal in Siebenbürgen.

Siebenbürgen – besser bekannt als Transsilvanien – ist nicht nur die Heimat von Dracula, sondern auch vieler Deutscher. Neben den Banater Schwaben bildeten die Siebenbürger Sachsen die zweitgrößte deutschsprachige Minderheit in Rumänien. Diese Gruppen erhielt in Rumänien nach dem Ersten Weltkrieg zahlenmäßig Bedeutung, da die Gebiete mit hohem deutschsprachigem Bevölkerungsanteil nach dem Ungarisch-Rumänischen Krieg Teil Rumäniens wurden.

Zurück aber zur Transfăgărășan. Das französische Pärchen von der Transalpina berichtete schon von mehreren Bärensichtungen auf der Transfăgărășan. Auch die rumänische Regierung warnte, kaum im betreffenden Gebiet angekommen, wieder verlässlich via Handywarnung vor erhöhten Bärensichtungen. Das veranlasste Birgit, mich die 151 Kilometer lange Strecke nahezu im Schritttempo abfahren zu lassen. Dabei haben wir extra das Wochenende abgewartet um diese Strecke an einem gewöhnlichen Wochentag zu bewältigen. Schade um die vielen schönen Kurven.

Als Birgit nach knapp 100 Kilometer der Straße schon aufgeben wollte, stand er dann plötzlich da. Ihr erster Bär in freier Natur. Und dieses mal wirklich ein freier und nicht angeketteter Bär, so wie ihn 2019 auf unserer Rallye viele Teilnehmer gesehen haben. Ein wirklich erhabener Moment. Irgendwie hatte der Anblick so gar nichts Bedrohliches. Im Gegenteil, da stand ein riesen Teddybär vor uns. Aber man sollte nie unterschätzen, dass Braunbären eine der größten lebenden Raubtiere sind.

Ehe wir das Abenteuer Transfăgărășan starteten, haben wir uns für das Wochenende auf einem Campingplatz in dem hübschen Dorf Kerz (rumänisch Cârța) einquartiert. Hier existieren wieder zweisprachige Ortstafeln in Deutsch und Rumänisch. Ansonsten hat man den Eindruck, dass Minderheiten in Rumänien eher ausgegrenzt werden. Durch EU-Gelder werden aber Projekte ins Leben gerufen, die die rumänische Siedlungsgeschichte wieder etwas mehr ins Gewissen rufen soll. So haben wir in Kerz auch die Überreste einer ehemaligen Zisterzienserabtei besuchen können, in welcher immer noch die Gräber vieler Deutscher Gefallener aus dem ersten Weltkrieg gepflegt werden.

Bei einem Spaziergang nahe dem Campingplatz sind wir auch auf unsere dritte Schlange auf dieser Reise gestoßen. Diese hier war wenigstens so nett und hat sich fotografieren lassen. Die beiden Anderen zogen es nämlich vor unerkannt zu bleiben,

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