Ein letztes Mal fahren wir durch Siebenbürgen aka Transsilvanien, der Heimat Draculas. Aber nicht nur eine Burg beansprucht für sich das wahre Schloss Draculas zu sein. Da wäre u. a. das Schloss Bran in der gleichnamigen Stadt. Diese ansehnliche Burg wird Touristen als Draculaschloss präsentiert, obwohl es dessen Beschreibung aus Bram Stokers Roman nur entfernt ähnelt. Das historische Vorbild der Romanfigur, der walachische Fürst Vlad III. Drăculea, hat das Schloss wahrscheinlich auch nie betreten. Wo er hingegen sehr wohl war ist Schässburg (rumänisch Sighișoara), das Ziel unserer heutigen Etappe.
Da wir nur etwa zwei Wegstunden vor uns hatten, blieb auch wieder genügend Zeit für Zwischenstopps. In unserer letzten Unterkunft wurde uns der Emerald Lake (Smaragdsee) in einem alten verlassenen Basaltsteinbruch als Sehenswürdigkeit empfohlen. Auch die Basaltsäulen von Racoș kann man hier bestaunen. Leider war Baden in dem einladenden grün-blau schimmernden See verboten. Zu gern hätten wir eine Abkühlung genossen. Fae war’s trotzdem egal und sie ging sogleich auf Fischfang.








Da immer noch Zeit blieb und uns in fast jedem durchfahrenen Ort vom Dorf-Hügel aus eine Burg anlachte, steuerten wir auf gut Glück eine davon an. Welche wir da genau besuchten ist mir jetzt im Nachhinein zwar entfallen, aber ein paar Bilder gibt’s dennoch davon.







Am frühen Nachmittag erreichten wir schlussendlich Schässburg. Das Schässburg eine lange und aufregende Historie hinter sich hat, lassen schon die dreisprachigen Ortstafeln erahnen. Auch der wahre Dracula soll zwischen 1431 und 1436 in der Burg gewohnt haben. Womit wir wieder beim Thema wären. Mit dem Unterschied, dass in diesem Fall die ganze Altstadt – also das „Historische Zentrum“ – eine Burg ist und es dadurch sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe geworden ist. Dafür erhielt die Altstadt auch den Namen „bewohnte Burg“, da sie die einzig noch erhaltene und bewohnte mittelalterliche Festung Europas ist.






Auch die vielen deutschsprachigen Restaurants, Hotels und Straßennamen sind noch stumme Zeugen der deutschstämmigen rumänischen Sachsen. Deutsch selbst spricht hier aber kaum noch jemand.




Nach einer angenehmen Nacht in unserer nur 10 Gehminuten von der Altstadt entfernten Unterkunft, ging es am nächsten Tag weiter gen Westen in Richtung Oradea. Keine 20 Kilometer gefahren, ereilte uns der erste Schockmoment. Das Automatikgetriebe unseres Rangers hatte plötzlich keine Lust die Gänge ordentlich zu sortieren. Auf einem 30 Kilometer langen Autobahnstück verweigerte es sogar den sechsten Gang, sodass wir diese Strecke mit 100 km/h bei 3.000 Umdrehungen dahinkriechen mussten. Ein Motorneustart brachte zwar wieder alle Gänge zurück, aber ab da war Getriebeschonung angesagt. Wer mich kennt weiß, dass das für mich bei den rumänischen Serpentinen die Höchststrafe bedeutet…
Der nächste Schockmoment dann kurz nach einem Zwischenstopp bei einer Kristallmiene, welche Birgit und Emily unbedingt besichtigen wollten. Ein lose herabhängendes Stromkabel traf frontal unser Auto. Doch wir hatten offensichtlich mehrere Schutzengel. Weder die Windschutzscheibe noch unser Solarpanel nahmen augenscheinlich Schaden. Die Kristallmiene war den Umweg aber jedenfalls wert – zumindest berichten Birgit und Emily das. Ich persönlich habe leider Platzangst und mich bringen keine 10 Pferde in eine Höhle.





