
37 Tage, 6.720 Kilometer, 10 Länder, 3 Meere, 270.000 Schritte … Aber genug der nüchternen statistischen Daten. Lasset Wort folgen 😉
Schon 2019 wurden wir gefragt, welches das schönste unserer bereisten Länder am Balkan war und damals lautete unsere Antwort einhellig „Albanien“! Was würden wir 2021 antworten?
Wir würden wahrscheinlich wieder „Albanien“ zu unseren Favoriten zählen, aber! – dieses Mal würden wir als Antwort klar „Montenegro UND Albanien“ rufen. Tja! Da haben wir 2019 wirklich etwas verpasst. Aber der Reihe nach…

SLOWENIEN: So wie der Brenner das Nadelöhr der Deutschen für Italien, so ist Slowenien das klassische „Durchfahrland“ der Österreicher für Kroatien. Und Slowenien lässt das seine „Transitkunden“ mit einer unfairen Vignettenpolitik und Grenzschikanen natürlich spüren. Auch wir waren heuer wieder einmal nur auf der Durchreise und genossen neben einer mittlerweile gut ausgebauten Autobahn auch nur einen kurzen Grenzstau. Dies war aber vermutlich dem von uns gewählten Anreisetag „Montag“ geschuldet. Ansonsten gibt’s von unserer Seite zu diesem Land auch nicht viel zu berichten denn für eine Übernachtung hat es nicht gereicht.

KROATIEN hingegen hat uns für zwei Nächte eine Heimat geschenkt. Obwohl … geschenkt ist etwas übertrieben. Kroatien hat herrliche Inseln, wunderschöne Buchten und eine geniale Küche. Das wissen die Kroaten zu nutzen und auch der Zustrom von Urlaubern ist weiterhin ungebrochen. Das schlägt sich natürlich auch auf die Preise und die Gastfreundschaft durch. So sind wir zwar noch immer gerne in Kroatien, genießen die 1A ausgebauten Autobahnen und die wunderschönen Buchten aber mit etwas Wehmut schauen wir eben zurück auf das Kroatien der frühen 2000er als es noch mit Italien konkurrieren musste. Was besonders auffällt ist, dass Kroatien immer weniger für Hunde übrig hat. Kaum ein Strand, den nicht ein Hunde-Verbotstaferl ziert. Für uns als Reisende mit Hund leider ein No-Go.

BOSNIEN UND HERZEGOWINA: Auch Bosnien schlägt in die selbe Kerbe. Aber nicht weil hier Hunde nicht an den Strand dürfen, denn davon hat Bosnien ohnehin nur ein paar Kilometer, sondern weil dieses muslimisch geprägt Land grundsätzlich keine Hunde mag. Wir störten uns daran aber nicht, da uns dieses Land auch nur kurz gesehen hat. Genau genommen nur für eine Nacht. Dafür würde der von uns gewählte Stehplatz direkt an den Kravica Wasserfällen aber sicher in den Top 3 unserer Reise landen. Auch sonst glauben wir, dass wir landschaftlich gesehen sicher einiges verpasst haben.

MONTENEGRO: Kommen wir aber nun zu Montenegro. Dem Land, das uns 2021 mehr als positiv überrascht hat. 2019 bekam Montenegro von uns aus Zeitgründen keine Chance, weil’s nur ein Durchreiseland war. Heuer konnten wir uns ausgiebiger umsehen. Und was wir da gesehen haben schreit nach einer Wiederholung. Nicht unbedingt die überlaufenen Strände in und um Kotor, aber das Landesinnere auf jeden Fall. Wenn wir allein an den Nationalpark Durmitor und die dortigen Berge zurück denken. An manchen Tagen in Rumänien hätten wir uns liebend gerne wieder in dieses schöne Land zurück gebeamt. Montenegro wird uns jedenfalls bestimmt wiedersehen.

ALBANIEN: Unser Top-Land 2019 hat uns auch heuer wieder viel Freude bereitet. Aber trotz der geringen Landesgröße haben wir leider wieder viel zu wenig von diesem Land gesehen. Vor allem die von uns angepeilten Offroad-Strecken mussten wir wegen der hohen Temperaturen über 40 Grad links liegen lassen.
Eines der schönsten Erlebnisse war bestimmt die drei Tage frei stehen an der Zvernec-Bucht. Auch die Städte Gjirokastra und Korça haben uns überaus gut gefallen. Kommen wir wieder – und das ist so sicher wie das Amen im Gebet – möchten wir noch viele Destinationen besuchen, welche wir heuer nicht mehr geschafft haben. Insbesondere der Koman-Stausee und die Stadt Berat fehlen noch auf unserer imaginären Albanien-HotSpot-Liste. Hoffentlich ist bis dahin die Betonier- und Asphaltier-Wut etwas eingedämmt, denn bald wird es leider keine Schotter- und Geröll-Pisten mehr für ein Offroad-Erlebnis geben.

NORDMAZEDONIEN ist zugegeben bei uns irgendwie durchgerutscht. Keine Vorbereitung, keine geplanten Sightseeing-Punkte … als ob es dieses Land gar nicht gäbe. Wieso das so passiert ist, ist uns auch jetzt im Nachhinein nicht wirklich klar. Aber googelt mal nach „Nordmazedonien“. Gerade so um den Dreh 4 Millionen Treffer! Selbst das ähnlich unbekannte Montenegro kommt auf 315 Millionen – also fast 80 mal so viel. Aber wir geloben Besserung und werden uns beim nächsten Balkan-Trip diesem im Aufbruch befindlichen Land, bestimmt intensiver widmen.

BULGARIEN: Tja, was sollen wir zu diesem Land großartig sagen? Eigentlich nur, dass es es sich selbst zuzuschreiben hat, dass wir uns mit ihm nicht intensiver beschäftigt haben. Wir sind auch jetzt noch ziemlich verärgert darüber, dass dadurch unsere Urlaubsplanung komplett durcheinandergewürfelt worden ist. Wir hatten ja mindestens eine Woche Bulgarien geplant. Mit Rhodopen-Gebirge, Schwarzem Meer und allem drum herum. Eine Woche die wir jetzt mehr in Rumänien verbringen durften/mussten. Aber etwas Gutes hatte es ja, wir hätten unseren rumänischen „Neuzugang“ Lotti nicht ins Herz schließen können. Auch wenn Birgit meint, dass es ohnehin unser Schicksal gewesen wäre …

RUMÄNIEN das Land der Gegensätze und das Land mit dem wir nie richtig warm geworden sind. Ich muss an dieser Stelle eine böse Beschreibung zum „Durchschnittsrumänen“ loswerden: „laut, aufdringlich, misstrauisch, egoistisch und tierhassend“ wären die Adjektive, die ihn am besten beschreiben. Natürlich kann man nicht alle Rumänen über einen Kamm scheren, vor allem wenn man unsere überaus freundlichen Begegnungen mit Octavian in Constanza oder Sergiu in den transilvanischen Bergen betrachtet. Aber was gar nicht geht ist die Einstellung der meisten Rumänen zu ihren Tieren. Fast über jeden Hof am Lande wacht zwar ein Hund, aber zu welchen Bedingungen ist meist die Frage. Darf er sich frei am Grundstück bewegen, zählt er schon zu den Glücklichen. Darbt er sein Leben lang an einer 2 Meter kurzen Stahlkette dahin, meint es das Schicksal schon weniger gut mit ihm. Wird er dazu auch noch gequält, dann ist er in einem durchschnittlichen rumänischen Hof angekommen. Es ist einfach unvorstellbar, welches Leid Hunde und Tiere im Allgemeinen in Rumänien ertragen müssen. Dieses Land rühmt sich zwar Teil der Europäischen Union zu sein und stellt gerne seinen Fortschritt anhand von Einkaufszentren und Shoppingmeilen ins Schaufenster. Aber hinter die Fassade darf man nicht blicken. Sei es der lasche Umgang mit Müll, die fehlende Arbeitsmoral oder eben den grausamen Umgang der Rumänen mit ihren Tieren.

UNGARN war das letzte Land auf unserer Reise, ehe es wieder zurück nach Österreich ging. Gerne hätten wir diesem Land mehr Zeit gewidmet. Aber irgendwie war nach über zwei Wochen Rumänien die Luft draußen. Außerdem hatten wir plötzlich zwei Hunde im Gepäck und wir wussten noch nicht, wie Lotti auf das Reisen reagiert. Ungarn wird uns aber bestimmt bald wiedersehen. War es doch auch das einzige EU-Land auf unserer Reise, welches sich nicht mit Sinnlos-Maßnahmen zur Eindämmung der angeblichen Pandemie aufhält.
Das war’s im Großen und Ganzen zu unserer Reise. Viele Eindrücke, die wir noch verarbeiten müssen und die wir in unseren nächsten Reisen bestimmt einfließen lassen, beschäftigen uns weiterhin. Aber jetzt darf erst mal ein gutes halbes Jahr ins Land ziehen, ehe wir uns wieder intensiver mit dem Thema Reisen beschäftigen werden.
Vielen Dank fürs Dabeisein und lesen unseres Blogs. Ich hoffe wir konnten den einen oder anderen positiven Eindruck zu den bereisten Ländern hinterlassen und euch dazu motivieren auch irgendwann einmal diese eher unkonventionellen Länder zu bereisen. Und wenn dabei das Tierwohl auch nicht zu kurz kommt, dann umso besser,
Liebe Grüße,
Gernot
Fazit Birgit:
Immer wieder wurden wir gefragt: Warum macht ihr das? Warum tut ihr euch so etwas an? … Klar ist es oft stressig gewesen, nicht immer sehr sauber, Hitze, Kälte. Aber genau das ist das Schöne, das Abenteuer. Du weißt nie was auf dich zukommt. Ich plane durch meine Selbstständigkeit immer. Mein Tag ist getaktet. Genau das wollte ich im Urlaub nicht. Leben, einfach in den Tag. Ein bisschen planen, klar, aber nicht ständig. Einfach mal fließen lassen.
Und zum Zweiten, die Tiere … da kann ich nicht wegschauen. Es besteht so großes Leid und die Tierliebe ist einfach zu groß. Klar kann ich nicht allen Tieren helfen, aber ich kann doch ein klein wenig bewegen. Das Gefühl zwischen Hass auf die Menschen die quälen, aussetzen, aus Spaß töten, da muss man sich ganz oft wieder besinnen. Auch wenn ich sie in keinster Weise verteidigen würde, sie kennen und können es scheinbar nicht anders. Tränen sind dabei sehr oft geflossen. Trotzdem ist es einfach nur schön, so viel Dankbarkeit von den Hunden zurück zu bekommen. Das beste Beispiel ist unsere Lotti. Sie ist so entzückend und wir haben sie total in unser Herz geschlossen.
Eine junge Dame hat auf unserer Reise den Satz gesagt :“I like animals more than humans!“ und ja, ich muss ihr zustimmen, es geht mir oft genauso. Ein Hund würde dich niemals bewusst verletzen. Sogar die Hunde die bis aufs wiederwärtigste gequält wurden kamen uns zwar sehr vorsichtig, aber immer freundlich und schwanzwedelnd entgegen. Und allein das lässt mich weiterkämpfen, für die Hunde. Ich werde immer wieder kommen und helfen so gut es geht. Ich gebe euch liebe Tiere niemals auf, das verspreche ich. Und wer weiß … wenn diese ganze K**** bei uns so weitergeht, vielleicht nehmen wir uns ein Jahr Auszeit, fern von allen erdenklichen „G’s“ und Albanien sieht uns doch schneller wieder als gedacht 😉
Eure Birgit

